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Der DGB-Stadtverband lädt gemeinsam mit der Offenen Arbeit im Kirchenkreis Erfurt“ anlässlich des Antikriegstages am 1. September, um 19:30 Uhr in den kleinen Saal der Offenen Arbeit in der Allerheiligenstraße 9, Erfurt ein.
Wir möchten gemeinsam, mit möglichst vielen Interessierten, den DEFA-Film „Ich war neunzehn“ anschauen und im Anschluss darüber in lockerer Runde diskutieren. Bei einem Lagerfeuer im Hof können wir gemeinsam mit dem „Sprachcafé“ gemütlich den Abend ausklingen lassen.

Über den Film:

Als Kind floh Gregor Hecker mit seinen politisch engagierten Eltern vor den Nazis in die Sowjetunion. Als Leutnant der Roten Armee kehrt der 19-Jährige in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurück. Er versucht in einer Aufklärungseinheit, deutsche Soldaten zum Aufgeben zu bewegen und dient einem hochrangigen Offizier als Übersetzer. Bei seinen Begegnungen mit den einstigen Landsleuten trifft er Verblendete und Kriegsmüde, Verängstigte und Hoffnungsvolle und lernt die verschiedenen Seiten der ihm fremd gewordenen Heimat kennen.

Konrad Wolf schuf mit seinem autobiografisch gefärbten Schwarz-Weiß-Antikriegsfilm einen Klassiker des DDR-Kinos. Das Persönliche der Erinnerungen seines Alter Egos Gregor wird durch den Off-Kommentar des jungen Helden betont und die bleibende Lebendigkeit der Kriegserfahrungen durch den häufigen Einsatz der Handkamera. Mit der episodischen Erzählstruktur, die stellenweise an den italienischen Neorealismus der Nachkriegszeit erinnert, unterstreichen Wolf und sein Ko-Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase die Zufälligkeit der Ereignisse: Der Held geht dorthin, wohin ihn der Krieg verschlägt, und die Eindrücke, die er gewinnt, sind durch persönliche Begegnungen geprägt.

Die im Titel anklingende Unreife des Helden wird von Konrad Wolf in einen Vorteil umgemünzt. Gregor Hecker ist weniger Handelnder als aufmerksamer Beobachter. Er versucht zu begreifen, wie es zu den Gräueltaten der Nationalsozialisten kommen konnte, die im Film durch einmontierte Szenen aus dem DEFA-Dokumentarfilm Todeslager Sachsenhausen (Richard Brandt, Deutschland 1946) verdeutlicht werden. Im Geschichtsunterricht lässt sich diskutieren, ob die im Film angebotenen Erklärungsversuche – deutscher Untertanengeist, preußisches Pflichtgefühl, verblendeter Fanatismus – aus heutiger Sicht ausreichen. Lohnend ist zudem, die russische Offensive kurz vor Kriegsende und die deutsche Kapitulation im Unterricht nachzuvollziehen und nach der Bedeutung des Films in der DDR zu fragen. Hier bietet sich ein Vergleich in Bezug auf die Resonanz an, die weitere Antikriegsfilme wie Bernhard Wickis Die Brücke (BRD 1959) etwa zur selben Zeit in der Bundesrepublik Deutschland erfuhren. Zudem lässt sich diskutieren, inwiefern die Genre-Unterscheidung zwischen Kriegsfilm und Antikriegsfilm sinnvoll ist.

Quelle: Bundeszentrale für Politische Bildung